Von der Geschichte zur Zukunft
Gut Einern verbindet eine jahrhundertealte Geschichte als Hof und Begegnungsort mit einer Vision für die Zukunft – als Lern-, Arbeits- und Produktionsort im Norden Wuppertals.
Der historische Ort
Ein Hof, der seit Jahrhunderten mit diesem Ort verbunden ist
Die Geschichte von Gut Einern reicht weit zurück. Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes finden sich bereits im Jahr 1050. Ein Zeugnis dafür, dass hier seit über 970 Jahren Menschen leben, arbeiten und Gemeinschaft gestalten.
Im Jahr 2022 wurde diese lange Geschichte durch einen besonderen Fund sichtbar. Bei archäologischen Untersuchungen entdeckten Fachleute ein jahrhundertealtes Bodendenkmal auf dem Gelände. Ein materieller Beweis für die frühe Besiedlung und Nutzung dieses Ortes.
Haus Winkelmann – das Herzstück
Das heute als Gaststätte Winkelmann bekannte Gebäude ist eines der ältesten und markantesten auf dem Gelände. Dieses historische bergische Fachwerkhaus wurde um 1660 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.
Über Jahrhunderte war Haus Winkelmann ein zentraler Anlaufpunkt, als Gastronomie- und Begegnungsort, der im Quartier lange als Treffpunkt verankert war. In den letzten Jahren wurde die Rolle des Winkelmanns neu aufgestellt: Nach umfassender Sanierung erfolgte die Wiedereröffnung mit neuer Führung und nachhaltiger Ausrichtung.
Das 420 Jahre alte Gebäude atmet Geschichte und ist heute wieder ein lebendiger Ort der Begegnung: mit Restaurant, Veranstaltungsräumen und als Ausgangspunkt für Besuche auf Gut Einern.
Die Scheune und weitere Bestandsgebäude
Parallel zum Winkelmann werden weitere historische Bestandsgebäude weiterentwickelt – insbesondere die alte Scheune. Sie dient heute als Werkstatt-, Logistik- und Lerninfrastruktur und ermöglicht es, Bildungsformate nicht nur zu planen, sondern direkt vor Ort umzusetzen.
Vom historischen Hof zum Zukunftsort
2021: Ein Neuanfang mit Vision
Am 13. September 2021 wurde Gut Einern e.V. gegründet, als gemeinnütziger Träger für ein ambitioniertes sozial-ökologisches Projekt. Im selben Jahr erwarb Jörg Heynkes die Grundstücke Einern 120 und Einern 123 und begann gemeinsam mit der Stadt Wuppertal die Entwicklung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplans.
Der Ansatz war von Anfang an klar: „Zurück zu Neuem", eine Verbindung von Tradition und Innovation, von historischer Bausubstanz und zukunftsweisenden Ideen.
2021–2022: Die ersten Schritte
Nach der Vereinsgründung ging es schnell voran:
- Ab 2021/2022: Aufbau erster Lern- und Produktionsinfrastrukturen, darunter Permakulturflächen nach ökologischen Prinzipien und eine innovative Vertical Farm in einem umgebauten Überseecontainer
- Sanierung des historischen Gebäudes Einern 120 und Fertigstellung des Gastronomieanbaus als erste Bauabschnitte
- 24. März 2022: Gründung des Förderverein Gut Einern e.V. zur Stärkung von Beteiligung, Engagement und Unterstützung aus dem Quartier
- 2023: Wiedereröffnung der Gaststätte Winkelmann mit neuem Konzept
Eine wachsende Gemeinschaft
Was mit einer Idee begann, ist heute eine lebendige Gemeinschaft: Aktuell zählt Gut Einern e.V. rund 380 Mitglieder, dazu kommen zahlreiche Ehrenamtliche, die sich in Arbeitsgruppen und bei Arbeitseinsätzen engagieren.
Drei Säulen – eine Vision
Umwelt- und Klimaschutz
Nachhaltige Produktion, Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonende Praxis
Forschung und Bildung
Praxisnahe Workshops, innovative Lernformate und Zugang zu Zukunftsthemen
Quartiersentwicklung
Stärkung des lokalen Miteinanders, Nahversorgung und soziale Teilhabe
Der Ansatz kombiniert Low-Tech (Permakultur) und High-Tech (Vertical Farming) und schafft daraus Bildungs- und Beteiligungsformate, die Menschen befähigen, Zukunft aktiv mitzugestalten.
Auszeichnungen und Anerkennung
Die Arbeit von Gut Einern e.V. wurde bereits mehrfach gewürdigt:
- 7. März 2024: Auszeichnung mit dem 2. Platz beim Wuppertaler Inklusionspreis für Engagement im Bereich Inklusion und Teilhabe
- 2025: Auszeichnung bei den Fab City Awards in der Kategorie Regenerative Ecosystems & Biodiversity. Die Preisverleihung fand im Rahmen der internationalen Fab-City-Konferenz in Prag (Tschechien) statt
Von der Geschichte zur Gegenwart
Heute ist Gut Einern mehr als ein historischer Ort, es ist ein lebendiger Lern-, Arbeits- und Begegnungsort, an dem Geschichte spürbar bleibt und gleichzeitig Zukunft praktisch gestaltet wird.
Das historische Erbe, vom mittelalterlichen Bodendenkmal über das 360 Jahre alte Fachwerkhaus bis zur funktionalen Scheune, wird bewahrt, gepflegt und mit neuem Leben gefüllt. Gleichzeitig entstehen neue Infrastrukturen: Container-Farmen, Lernmobile, Werkstätten und künftig auch ein Mehrgenerationenhaus, das gemeinschaftliches Wohnen mit dem Gesamtkonzept verbindet.
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